Rom wurde auch nicht in einem Tag erbaut

20.01.2021

Man sieht immer wieder Menschen, die unrealistische Erwartungen ihrem Hund gegenüber hegen. Menschen, die glauben, ihr Hund wisse schon, was ein gewisses Kommando bedeutet oder solche, die denken, der Hund verstehe es in jeder Situation, nachdem er eine Aufgabe im eigenen Wohnzimmer erfüllen konnte. Die Wahrheit ist, dass Lernen ein langwieriger Prozess ist, der beim Hund in drei Stadien passiert:

  • Distanz zum Halter
  • Ablenkungen im Umfeld
  • Dauer, also wie viele Sekunden der Hund in einer Übung verharren soll, beispielsweise in einem Sitz

Ich weiss, das trifft einige Hundehalter nun schwer, jedoch ist es essenziell, die einzelnen Punkte getrennt voneinander aufzubauen. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Hund nicht überfordert wird und die Aufgabe stets aufs Neue versteht. Nehmen wir nun das Beispiel eines Sitz, so muss das in verschiedenen Räumen des Hauses, im Garten, mit dem Menschen vor und neben dem Hund verstanden werden, gleichzeitig muss das Gehirn des Hundes jedoch lernen, dass wir nicht nur eine Sekunde den Po auf dem Boden haben wollen, sondern vielleicht fünf... Schlussendlich soll der Hund das Sitz dann vielleicht auch noch ausführen können, wenn wir 10 Schritte von ihm entfernt stehen. All das will geübt sein, und dabei sollten wir nie vergessen, dass dies viele kleine Schritte sind, die allesamt Zeit brauchen. Wenn ein Hund ein Kommando nicht ausführt, denken wir automatisch, der macht das absichtlich, er will uns ärgern oder hat keinen Respekt - aber nein, er hat uns einfach nicht verstanden. Aus der Sicht des Hundes ergibt das, was wir in dem Moment von ihm verlangen, einfach keinerlei Sinn... Darum lasst euch genügend Zeit im Training und vergesst nie, auf eure Hunde einzugehen und sie zu verstehen.